„AMMONPAKTOR“ ­- Projekt zur Beschleunigung der Energiewende: Ministerialdirektor Daniel Stich überreicht rund 2,7 Millionen Euro an ITWM und IMM

Das gemeinsame Projekt „Nutzung von Ammoniak als kohlendioxidfreien Wasserstoffspeicher für die dezentrale Bereitstellung von Wasserstoff - Entwicklung eines innovativen kompakten Reaktorkonzeptes - “ (AMMONPAKTOR) des Fraunhofer Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM in Mainz und des Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern erhält eine Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (hier REACT-EU). Die Europäische Union hat im Rahmen dieser Förderlinie zusätzliche Mittel zur Unterstützung der Krisenbewältigung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und ihrer sozialen Folgen und der Vorbereitung einer grünen, digitalen und stabilen Erholung der Wirtschaft bereitgestellt.

Ministerialdirektor Daniel Stich überreichte den Förderbescheid in Höhe von 2.702.438 Euro an Prof. Dr. Michael Maskos, den Leiter des IMM und an Prof. Dr. Karl-Heinz Küfer, Leiter des Bereichs Optimierung am Fraunhofer ITWM. Das Projekt der beiden Institute trägt zur Beschleunigung der Energiewende bei und bietet Lösungskonzepte für eine zeitnahe und logistisch leichter realisierbare Wasserstoffbereitstellung an.

„Das IMM in Mainz und das ITWM in Kaiserlautern leisten mit ihren Projekten hervorragende Arbeit und stärken die Innovationskraft im Land. Die Durchführung des Projektes ‚AMMONPAKTOR‘ wird neues Innovationspotenzial im Bereich der Energie-, Chemie- und Verfahrenstechnik in Mainz und in der Region generieren und schafft neue, zukunftsweisende Arbeitsplätze an den Fraunhofer-Instituten“, sagte Daniel Stich bei der Überreichung der Förderung. Auch würde das Projekt die für das Land Rheinland-Pfalz ebenso wichtige Digitalisierung unterstützen, da durch „AMMONPAKTOR“ die Entwicklung wie auch der Betriebseinsatz von digitalen Methoden für die chemische Verfahrenstechnik verbessert werden könnte. Der Forschungsstandort Rheinland-Pfalz werde so insgesamt weiter gestärkt.

„Das Vorhaben leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesamtheit unserer Bestrebungen, Wasserstoff als sicheren und nachhaltigen Energieträger zu etablieren“, so Professor Maskos, Institutsleiter des Fraunhofer IMM. „Die Bedeutung von Ammoniak darf in diesem Zusammenhang keinesfalls unterschätzt werden.“

Bereichsleiter Professor Küfer vom Fraunhofer ITWM: „Die Energiewende mit dezentral durch Windkraft und Photovoltaik erzeugtem Strom, Produktion von Wasserstoff durch Elektrolyse und dessen Speicherung in Chemikalien wie Ammoniak fordert den Einsatz mathematischer Modelle, Simulation und Optimierung zur effizienten Auslegung der notwendigen Prozesse. Fraunhofer ITWM stellt sich diesen Aufgaben mit großer Freude.“

Hintergrundinformationen „AMMONPAKTOR“

Das Vorhaben AMMONPAKTOR konzentriert sich auf die Entwicklung einer Demonstrationsanlage für die dezentrale Bereitstellung von Wasserstoff auf der Basis von Ammoniakspaltung. Der entstehende Wasserstoff soll durch eine beigestellte Druckwechseladsorptionsanlage weiter aufbereitet und in einer konventionellen Polymerelektrolyt Brennstoffzelle (Niedrigtemperatur-Brennstoffzelle) verstromt werden.

Die Innovation des Projektes besteht darin, das Problem der Speicherung und des Transports von grünem Wasserstoff anders als über Verflüssigung oder in Drucktanks zu lösen. Auch ist das Konzept nicht nur auf Tankstellen beschränkt, sondern kann auch im Schiffsverkehr eingesetzt werden. Durch die Schaffung einer Möglichkeit zur Nutzung von Ammoniak als mobile und kosteneffiziente Wasserstoffquelle, wird ein erheblicher Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen und unternehmerischen Resilienz mit Blick auf zukünftige Krisensituationen geleistet. Die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, die Schonung globaler Ressourcen und die Verringerung aller gesundheitlichen, gesellschaftlichen und unternehmerischen Nachteile in Verbindung mit Umweltverschmutzung und Treibhausgasemissionen führt hier durch das Vorhaben zur Steigerung der Resilienz. Der Einsatz von Mikrosystemtechnik kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Energiewende schneller zu bewältigen. Durch die Etablierung ressourcenschonender und besonders umweltfreundlicher Technologien reiht sich das Projekt in die nationale Wasserstoffstrategie des Bundes sowie in die „Hydrogen Strategie“ auf europäischer Ebene ein und trägt zur Erreichung der Klimaziele bei.

Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM

Das Fraunhofer Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM in Mainz wurde mit Jahresbeginn 2018 zum eigenständigen Fraunhofer-Institut. Es ging aus der 1990 gegründeten IMM GmbH hervor, die bereits ab 2013 von der Fraunhofer-Gesellschaft, bis zur positiven Evaluierung und den erforderlichen Gremienbeschlüssen in 2017, vorübergehend als Institutsteil des Karlsruher Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie geführt worden war. Seit dem 1. Januar 2021 gliedert sich das IMM in drei Bereiche: Chemie, Energie und Diagnostik. Das IMM ist unter anderen im Bereich der Zukunftsthemen nachhaltige Chemie und Reformer- / Wasserstofftechnologie tätig. Das IMM hat derzeit rund 130 Mitarbeiter (100 VZÄ) und einen Gesamthaushalt von 13,7 Millionen Euro.

Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM

Das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern wurde 1995 gegründet und bis 2000 durch das Land Rheinland-Pfalz grundfinanziert. 2001 erfolgte die Aufnahme als Institut in die Fraunhofer-Gesellschaft. Das ITWM hat rund 530 Mitarbeitende und einen Gesamthaushalt von knapp 35 Millionen Euro. Die Einrichtung forscht im Bereich der Entwicklung, Implementierung und Anwendung mathematischer Methoden zur Modellierung, Simulation und Optimierung von innovativen Produkten, Prozessen und Dienstleistungen für Wirtschaft und Gesellschaft.