Innovationsland Rheinland-Pfalz: Minister Hoch, Staatssekretär Alt und Landesimpfkoordinator Stich gehen auf „Zukunftstour“

Innovation, Inspiration und Impulse: Nicht nur durch die Firma BioNTech und die dortige Entwicklung eines Impfstoffes gegen Corona hat Rheinland-Pfalz bewiesen, dass es zu den führenden Regionen in Sachen Wissenschafts- und Gesundheitsforschung gehört. „Dieser Erfolg freut und schmückt uns – und er ist Antrieb für weitere Ziele. So wollen wir Rheinland-Pfalz zum weltweit führenden Standort der Biotechnologie machen. Bei einer Zukunftstour möchte ich mit Staatssekretär Denis Alt und Landesimpfkoordinator Daniel Stich dabei zeigen, wo Rheinland-Pfalz schon überall Innovator ist, wo wir Impulse für die ganze Welt setzen und wo wir zu wissenschaftlichen Höchstleistungen inspirieren“, sagte Wissenschafts- und Gesundheitsminister Clemens Hoch beim Auftakt der diesjährigen Sommerreise unter dem Motto: Zukunftstour – Innovation, Inspiration und Impulse aus Rheinland-Pfalz“.

Zum Start der Zukunftstour besuchten Minister Hoch mit Staatssekretär Alt und Impfkoordinator Stich das Mainzer Max-Planck-Institut für Polymerforschung. Dort forscht eine Forschergruppe an einem neuartigen biotechnologisch entwickelten Pflanzenschutzmittel, das in geringster Dosierung direkt in die Pflanze injiziert wird. Dadurch kann eine durch äußerliche Anwendung nicht erfolgreiche Behandlung erkrankter Pflanzen erfolgen und zugleich Umweltbelastungen vermieden werden, um die Umwelt zu schonen. Mit Unterstützung des Bundesprogramms EXIST soll hier eine Unternehmensausgründung erfolgen. „Das Projekt ESCApe bezeugt eindrucksvoll, dass die Biotechnologie in Rheinland-Pfalz breit aufgestellt ist. Neben den Lebenswissenschaften verfügen wir auch über Spitzenforschungen im Bereich der grünen Biotechnologie“, hob Wissenschaftsminister Hoch beim Besuch des Instituts hervor. „Hier verbindet sich das Weinland mit dem Wissenschaftsland Rheinland-Pfalz. Die Forschungen des Max-Planck-Instituts stärken mit Innovationen aus Rheinland-Pfalz den nachhaltigen Umweltschutz in der Landwirtschaft.“

Den Auftakt der Zukunftstour setzte Wissenschaftsminister Clemens Hoch an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) fort. Dort standen die Digitalisierung von Studium, Lehre und Verwaltung der größten rheinland-pfälzischen Hochschule im Vordergrund. Hoch überreichte Förderbescheide in Höhe von 1,6 Millionen Euro, um die digitale Lehre an der Mainzer Universität auszubauen. So werden mit diesen Mitteln zum Beispiel die digitale Medienausstattung von Lehrräumen verbessert, Angebote zur Förderung der Data Literacy Education geschaffen sowie Lehrende und Studierende bei der Nutzung digitaler Tools wie dem Learning-Management-System „Moodle“ unterstützt. „Die drei digitalen Semester haben einen Innovationsschub in der digitalen Lehre gebracht. Auch wenn es gut ist, dass die Hochschulen ab dem nächsten Wintersemester wieder mehr Präsenz anbieten, werden wir immer stärker zu einem blended learning kommen. Digitale Lehre wird dort ergänzend eingesetzt, wo sie das Studium passend unterstützt“, erläutert Hoch. „Mit unserem 50 Millionen umfassenden Digitalisierungsprogramm für die Hochschulen fördern wir diese Entwicklung gezielt.“

In die Queich-Auen in Landau führte die Zukunftstour Denis Alt, Staatssekretär im Wissenschafts- und Gesundheitsministerium. Dort befindet sich die neue Mesokosmenanlage, künstliche Fließgewässer in Miniatur, des iES Landau, Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau. Mit Unterstützung von über 3,8 Millionen Euro seit 2008 durch die Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz konnte der Forschungsschwerpunkt Umwelt entscheidend ausgebaut werden. So wurden erfolgreiche Drittmitteleinwerbungen erzielt, u.a. eine Reihe von EU-geförderten Projekten, einer DFG- Forschungsgruppe und eines DFG-Graduiertenkollegs. Letzteres untersucht die Übertragung von Schadstoffen aus Gewässern in die Uferzone z.B. die Böden durch Überschwemmungen und Hochwasserereignisse. „Der Universitätsstandort hat mit seinem Forschungsschwerpunkt Umwelt bewiesen, welch starke Forschungsleistungen aus Landau kommen. Mithilfe der langfristigen Unterstützung durch die Forschungsinitiative des Landes konnten zahlreiche Forschungsprojekte initiiert und durchgeführt werden. Sie sind Nachweis für die Leistungsfähigkeit der Umweltwissenschaften in Landau“, so Staatssekretär Alt.

Im Projekt „SEEVacs“ kommen die Stärken zweier Kaiserslauterer Forschungseinrichtungen zusammen. So forschen das Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DKFI) und das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) gemeinsam daran, konkrete Impfstrategien zu simulieren und miteinander zu vergleichen. Daraus entstehen durch den Einsatz von Methoden der künstlichen Intelligenz und durch mathematische Simulation Konzepte für eine optimierte regionale Impfstoffverteilung. Dies schuf besonderes Interesse bei Impfkoordinator des Landes, Ministerialdirektor Daniel Stich, der den Auftakt der Zukunftsreise in Kaiserslautern fortsetze und sich über das Projekt informierte: „Wir in Rheinland-Pfalz können uns glücklich schätzen, zwei national und international erfolgreiche und hoch renommierte Forschungseinrichtungen wie das DFKI und das ITWM zu beheimaten. Beide Einrichtungen leisten wertvolle Arbeiten, um im Rahmen des Wissenstransfers Innovationen in die Anwendung zu bringen. Gerade aber das gemeinsame SEEvacs-Projekt ist von besonderer Bedeutung, da hier die jeweiligen Kompetenzen der beiden Einrichtungen sich zusammen ergänzen, um wertvolle Beiträge bei der Bewältigung der Corona-Pandemie beizusteuern.“

Die „Zukunftstour“ von Minister, Staatssekretär und Landesimpfkoordinator läuft in drei Etappen vom 14. Juli bis zum 13. August. Sie umfasst Besuche bei KI-Projekten und Impfzentren, bei Hochschulen und Krankenhäusern, bei Rechenzentren und hausärztlichen Versorgungszentren, bei Schnelltestproduzenten und Pandemieforschern und noch vieles mehr. „Rheinland-Pfalz ist ein Land voller Innovation. Während der Zukunftstour besuchen wir herausragende Forschungsprojekte, neue Initiativen in Studium und Lehre sowie Gesundheitsprojekte, die mit frischen Ideen die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen“, gab Minister Hoch einen zusammenfassenden Ausblick. „Rheinland-Pfalz schreibt Geschichte und Rheinland-Pfalz gestaltet die Zukunft - und diese besuchen wir diesen Sommer.“

Passend zur engen Verzahnung von Wissenschaft und Gesundheit, die im neu zugeschnittenen Ministerium gelebte Realität ist, besucht Hoch im Rahm der Zukunftstour unter anderem am 3. August die Universitätsmedizin Mainz. „Mitten im Herzen unseres Landes wird Spitzenforschung betrieben, bei diesem Termin schauen wir dabei besonders auf den Profilbereich ReALity: Resilience, Adaptation and Longevity“, der sich Fragen widmet, die uns alle betreffen: Warum bleiben manche Menschen bis ins hohe Alter gesund, während andere früh Krankheiten entwickeln? Welche Faktoren machen Gehirn, Herz oder Immunsystem über lange Zeiträume widerstandfähig gegen Belastungen““, blickte Hoch auf den Termin voraus. „Die Universitätsmedizin Mainz ist nicht nur für unser Bundesland von enormer Bedeutung, sie ist mit ihrer Forschung Inspiration für Wissenschaftler in aller Welt. Sie leistet angesichts der Pandemie Herausragendes in Patientenversorgung, Lehre und Forschung, aber auch hinsichtlich der gesundheitspolitischen Beratung. Wir können auf die Universitätsmedizin zählen – in der Pandemie und auch darüber hinaus.“

Einem anderen Thema, das für jeden einzelnen alltäglich relevant ist, wird sich Wissenschafts- und Gesundheitsstaatssekretär Denis Alt bei seinem Besuch am 20. Juli am Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) in Mainz widmen – dem Thema Resilienz. „Gesundheitskompetenz und Strategien zur Stressbewältigung sind gerade vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Alltags enorm wichtige Themen. Das hat die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt vor Augen geführt“, sagte Alt mit Blick auf den kommenden Besuch. „Die Impulse, die von der Resilienz-Ambulanz in Mainz ausgehen, wirken im besten Fall einmal weit über Deutschland und Europa hinaus.“

Der Besuch bei einem wichtigen Partner im Kampf gegen Corona steht bei Landeskoordinator Impfen Daniel Stich am 11. August unter anderem auf dem Kalender. Stich besucht die Hausarztpraxis von Dr. Heidi Weber in Bitburg, die sich früh an der Impfkampagne beteiligte und Corona-Schutzimpfungen im Kreis ihres Patientinnen- und Patientenstamms durchführte. „Wir kommen mit unserer Impfkampagne gut voran. Wir haben inzwischen 2,2 Millionen Rheinland-Pfälzerinnen mit einer Erstimpfung und rund 1,7 Millionen mit einer Zweitimpfung. Dies war nur zu schaffen, weil auch Hausärztinnen und Hausärzte diese Aufgabe mit Engagement und Überzeugung angenommen und großartiges geleistet haben,“ sagte der Impfkoordinator.

Die jeweiligen weiteren Termine der Sommerreise werden rechtzeitig vor Beginn einer Woche gebündelt bekannt gegeben.