Innovative Psychiatrie für das 21. Jahrhundert – Modellprojekt zur Verbesserung der Patientenversorgung am Pfalzklinikum

Als Projekt mit der bundesweit größten Patientenzahl stellt das Pfalzklinikum unter dem Titel „Innovative Psychiatrie für das 21. Jahrhundert“ einen zentralen Baustein für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung in Rheinland-Pfalz dar. Das Modellprojekt zur Verbesserung der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit psychischen Erkrankungen läuft seit vergangenem Jahr und ist für einen Zeitraum von acht Jahren angelegt.

„Das Modellprojekt ist ein Zukunftsprojekt, psychisch kranke Menschen noch besser zu behandeln. Ich möchte mich beim Pfalzklinikum und den Krankenkassen für die Umsetzung des gemeinsamen Vertrages als Projektgrundlage bedanken. Für die Landesregierung ist es ein zentrales Anliegen, die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung zu fördern. Aus diesem Grund unterstützen wir die Begleitstudie zu den Auswirkungen des Projekts auf Patientinnen und Patienten sowie Angehörige finanziell mit insgesamt bis zu 240.000 Euro“, betonte Gesundheitsminister Clemens Hoch.

Zum 1. Januar 2020 wurde der Vertrag über ein Modellvorhaben in der psychiatrischen Versorgung zwischen dem Pfalzklinikum und nahezu sämtlichen in Rheinland-Pfalz ansässigen Krankenkassen in Form eines „Regionalbudgets“ geschlossen. Das Modellprojekt hat die Verbesserung der Patientenversorgung und die sektorenübergreifende Leistungserbringung zum Ziel.

Diese soll erreicht werden durch eine ganzheitlich am Bedarf des Patienten orientierten Versorgung, einer sektorendurchlässigen Behandlung sowie einer Stärkung der stationsungebundenen Behandlungsmöglichkeiten, unter Einbezug des sozialen Umfelds. Die Reduzierung der stationären Behandlung soll durch die Ausgestaltung von ambulant-aufsuchenden Angeboten mit Kriseninterventionsmöglichkeiten und der Etablierung einer kontinuierlichen Bezugsperson aus dem multiprofessionellen Behandlungsteam für den gesamten Behandlungsprozess ermöglicht werden. Ergänzt werden die Behandlungsformen durch verschiedene Formen der Zuhause-Behandlung.

Unter dem Slogan „menschlich, multiprofessionell, maßgeschneidert“ setzt das Pfalzklinikum auf die Umsetzung niedrigschwelliger Hilfsangebote zur Vermeidung von Chronifizierung und Stigmatisierung Betroffener sowie die Förderung von Resilienz.

Durch die Vereinbarung eines regionalen psychiatrischen Budgets sollen die Behandlungsangebote bedarfs- und patientenorientiert erbracht und finanzielle Fehlanreize vermieden werden. Mit der Einführung des Regionalbudgets wird daher für einen großen Anteil der Patienten in Rheinland-Pfalz eine neue Ära der Behandlung eingeläutet. Viele Forderungen an eine moderne, lebensfeldzentrierte Versorgung können nun eingeführt werden.

Die Umsetzung bedeutet für das Pfalzklinikum eine grundlegende Umstrukturierung der Arbeit und die Neuorganisation von Beschäftigten sowie u. a. räumliche Anforderungen. Unter dem Motto „Mehr Zelte – weniger Beton“ werden sich auch die baulichen Rahmenbedingungen verändern. Ambulante Zentren gewinnen an Bedeutung. Die Kommunikationsabläufe und Vernetzung im Team und mit den Partnern, sowie die Schulungen werden zur optimalen Umsetzung des Projekts weiterentwickelt.