Klinisches COVID-19- Register für Rheinland-Pfalz: „Wertvoller Beitrag, um frühzeitig erforderliche Schritte in die Wege zu leiten“

Das Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen (IHF) erhält eine Landeszuwendung in Höhe von 39.432 Euro für die Monate Juli bis Dezember 2021 zur Fortführung des klinischen COVID-19-Registers RLP. Gesundheitsminister Clemens Hoch überreichte die Landesförderung an Dr. Anselm Gitt, dem Studienleiter des COVID-19-Registers Rheinland-Pfalz und stellvertretenden Vorsitzenden der Stiftung „Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen". Die Datenerhebung im Rahmen des COVID-19-Registers ermöglicht es dem IHF bereits seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit den Zahlen der COVID-19-Neuinfektionen Prognosen über die weitere Entwicklung der stationären SARS-CoV-2-Patientenzahlen zu erstellen. Das Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen befindet sich auf dem Gelände des Klinikums Ludwigshafen.

„Die Behandlung von COVID-19-Patienten in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern sowie deren Krankheitsverläufe werden landesweit in dem COVID-19- Register RLP dokumentiert. Das ist eine große Hilfe. Die Daten bieten einen wichtigen Überblick über die verfügbaren Kapazitäten der Krankenhäuser und ermöglichen uns, frühzeitig erforderliche gesundheitspolitische Schritte in die Wege zu leiten. Wichtige Parameter wie Alter, Begleiterkrankungen und Symptome der COVID-19-Patienten sowie wesentliche Behandlungsmaßnahmen werden erfasst“, so Gesundheitsminister Hoch. „Das COVID-19-Register Rheinland-Pfalz ist eine bundesweit einmalige Beobachtungsstudie, die Daten von Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion in stationärer Behandlung erhebt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, die Behandlungsmaßnahmen von COVID-19-Patienten zu optimieren. Dafür stellt das Land seit April 2020 rund 273.000 Euro für den Aufbau, die Implementierung und die Fortführung des Registers zur Verfügung.“

Im Rahmen des COVID-19-Registers RLP melden bereits seit Beginn der Pandemie im April 2020 alle Krankenhäuser des Landes täglich die stationär behandelten Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion, sowohl die Patienten auf den Intensivstationen als auch auf den Normalstationen (sog. Kapazitätenregister).

Dr. Anselm Gitt, Studienleiter des COVID-19-Registers Rheinland-Pfalz: „Das ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal des Registers, da vom Robert Koch-Institut (RKI) und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) lediglich die intensivmedizinisch behandelten Patienten dokumentiert werden. Die Daten des COVID-19-Registers RLP haben über den gesamten Pandemieverlauf gezeigt, dass zusätzlich zu den COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen ca. 4-mal so viel weitere COVID-Patienten auf den Normalstationen behandelt werden mussten, eine zusätzliche deutliche Belastung des Gesundheitssystems, die bislang in der öffentlichen Diskussion völlig vernachlässigt wurde. Daher ist aus meiner Sicht die Entscheidung des Bundesgesundheitsministers zur Dokumentation auch dieser Patienten zur besseren Beurteilung des Pandemieverlaufs und der Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung auf Intensiv- und auf Normalstationen zusätzlich zu der Berücksichtigung der Neuinfektions-Zahlen, sehr zu befürworten. Uns hat diese umfassende Dokumentation in Rheinland-Pfalz zur Planung der Versorgungskapazitäten wichtige Informationen geliefert.“

Die darüber hinaus stattfindende ausführliche Dokumentation der stationären Patientendaten in dem „Krankheitsregister“ konnte auch die Schwere der Erkrankung und den Verlauf dokumentieren. Die Sterblichkeit der stationären COVID-19-Patienten der gesamten Pandemie seit April 2020 war 18,6%, für Patienten auf den Intensivstationen 36,0% und für COVID-19 Patienten, die einer Beatmung bedurften sogar 54.5%.