Resilienz-Ambulanz: Kompetente Beratung zu Fragen rund um Stress und Resilienz

Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, informierte sich heute über die Resilienz-Ambulanz des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung (LIR) in Mainz. Die Resilienz-Ambulanz bietet eine niedrigschwellige Anlaufstelle für Menschen in Stresssituationen – gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Grundgedanke der Resilienz-Ambulanz ist es, im Rahmen der Verhaltensprävention zur Reduktion stressassoziierter Erkrankungen beizutragen. Im Zentrum der Arbeit steht, Erkrankungen vorzubeugen und die psychische Gesundheit belasteter Personen aufrechtzuerhalten. In der Resilienz-Ambulanz sollen insbesondere Personen unterstützt werden, die aufgrund von besonderen Lebenslagen oder Mehrfachbelastungen erhöhtem Stress ausgesetzt sind. Ziel ist es, Risikofaktoren zu senken und allgemeine Ressourcen und Kompetenzen zu stärken und aufzubauen.

„Stress begleitet unsere schnelllebige Zeit. Deshalb wird es immer wichtiger, die Widerstandsfähigkeit gegen Stressoren des Alltags zu fördern und Menschen dabei zu unterstützen, eigene Stärken im Umgang mit belastenden Lebensereignissen zu erlernen und individuelle Ressourcen zu fördern. Hier in der Resilienz-Ambulanz finden Menschen eine Anlaufstelle und Beratungsangebote. Mir ist es wichtig und ich freue mich, dass wir als Landesregierung diesen Präventionsauftrag mit einer Fördersumme in Höhe von 250.000 Euro unterstützen können“, so Staatssekretär Dr. Denis Alt. „Ich danke Herrn Professor Lieb und den Kolleginnen und Kollegen beim LIR für diese wertvolle Initiative“.

“Durch die Unterstützung der Landesregierung ist es uns möglich geworden, ein breit gefächertes Angebot von Vortragsveranstaltungen, Workshops in Gruppen bis hin zu Einzelcoaching aufzubauen, die wissenschaftlich fundiert und wirksam sind, sagt Professor Dr. Klaus Lieb, Direktor des Leibniz-Instituts. Und Frau Dr. Gilan, Leiterin der Resilienz-Ambulanz, ergänzt: „Nicht jeder Betroffene braucht das ganze Programm. Durch unsere ausführliche Eingangsdiagnostik schätzen wir den individuellen Bedarf ab, sodass wir passgenau unterstützen und die grundsätzlich jedem Menschen innewohnende Fähigkeit zur Resilienz fördern können“.

Das steigende Stresserleben der Bevölkerung und damit in Zusammenhang stehende Stresssymptome, wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, und Erkrankungen, wie Depressionen oder Angststörungen, sind von immer größer werdender Bedeutung. Das hat auch Auswirkungen auf den beruflichen Alltag der Menschen. So steigt die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage und Krankschreibungen aufgrund psychischer Symptome und Erkrankungen. Aktuelle Statistiken belegen, dass bis zu 30 Prozent der Bevölkerung an einer psychischen Erkrankung leiden. Frühzeitige Präventionsansätze können dabei helfen, einen angemessenen Umgang mit akutem und chronischem Stress zu entwickeln und damit die Widerstandsfähigkeit, auch Resilienz genannt, zu stärken. Vor diesem Hintergrund bietet das LIR in seiner Resilienz-Ambulanz kompetente, zielgruppenspezifische Beratung zu Fragen rund um Stress und Resilienz in Form von Fachvorträgen, Schulungen, Einzel- und Gruppengesprächen sowie Coachings an. Erkenntnisse aus der Ambulanz sollen direkt wieder der Forschung zum Thema Resilienz zugutekommen.

Hintergrundinformation zum Leibniz-Institut für Resilienzforschung

Das Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) in Mainz wurde 2020 in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen. Es hat sich die Erforschung der Resilienz zum Ziel gesetzt. Resilienz bezeichnet dabei die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung psychischer Gesundheit während oder nach stressvollen Lebensereignissen. Die zentralen Anliegen des LIR sind, Resilienzmechanismen neurowissenschaftlich zu verstehen, entsprechende Interventionen zur Förderung von Resilienz zu entwickeln und darauf hinzuwirken, Lebens- und Arbeitsumfelder so zu verändern, dass Resilienz gestärkt wird. Damit widmet sich das LIR Fragen von hoher gesellschaftlicher Relevanz und internationaler Bedeutung und schließt eine bedeutende Lücke in der deutschen Forschungslandschaft. Es ist europaweit das erste Zentrum seiner Art und ein wichtiger Akteur im internationalen Netzwerk zur Erforschung der psychischen Resilienz.