Rheinland-Pfalz stellt Zweitimpfungen bei AstraZeneca um

Bereits begonnene Impfserien mit AstraZeneca werden in den rheinland-pfälzischen Impfzentren von Montag an grundsätzlich mit einem mRNA-Impfstoff beendet – aktuell also mit den Impfstoffen von Biontech oder Moderna. Darüber hinaus werden künftig mit AstraZeneca beginnende Impfserien in den Impfzentren in einer verkürzten Frist von mindestens vier Wochen mit einem mRNA-Impfstoff beendet. Rheinland-Pfalz schließt sich damit dem bundesweiten Vorgehen auf Basis einer heutigen Sondersitzung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) an. Grundlage ist eine Mitteilung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die diese heterologen Impfungen aufgrund der höheren Wirksamkeit sowie der Möglichkeit, die Zweitimpfung eher durchzuführen, empfiehlt.

„Wie im gesamten Verlauf der Impfkampagne werden wir uns auch in diesem Punkt an den Empfehlungen der Stiko orientieren, um den Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern den bestmöglichen Schutz vor einer Corona-Infektion zu bieten“, erläuterte Landesimpfkoordinator Daniel Stich. „Wir werden das empfohlene Vorgehen daher bereits von Montag an umsetzen. Jeder Bürgerin und jedem Bürger wird nach der Erstimpfung mit AstraZeneca somit bei der Zweitimpfung in den Impfzentren das Angebot einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gemacht werden.“ Am Zeitpunkt der bereits terminierten Zweitimpfungen ändert sich durch die neue Vorgehensweise nichts.

Stich verwies darauf, dass die erneute Änderung zum Einsatz des Vakzins von AstraZenca das Land zum wiederholten Male vor große Herausforderungen stellt. „In Rheinland-Pfalz betreffen die Änderungen rund 65.000 bereits terminierte Zweitimpfungen in den 32 Impfzentren. Die damit verbundenen logistischen Herausforderungen für Land und Kommunen als Betreiber der Impfzentren sind offensichtlich“, sagte Stich.  Die nun sehr kurzfristig benötigten zusätzlichen Mengen an mRNA-Impfstoff organisiert das Land hauptsächlich auf Basis einer noch nicht verplanten, aber angekündigten Zusatzlieferung an Moderna-Impfstoff sowie Umplanungen. „Darüber hinaus verschafft uns die Quote von nicht wahrgenommenen Terminen in den Impfzentren von aktuell rund 15 Prozent einen Spielraum“, erklärte Stich. Zusätzlich beabsichtige der Bund sicherzustellen, dass jede mit AstraZeneca begonnene Impfserie mit einem mRNA-Impfstoff abgeschlossen werden kann. „Hier steht der Bund im Wort“, sagte Stich.              

Die aktuellen Entwicklungen verschärfen darüber hinaus das Problem, dass der Bund mit seiner veränderten Zusammensetzung der Impfstofflieferungen im laufen-den Monat geschaffen hat, erläuterte Stich. „Dadurch, dass wir im Juli im Vergleich zum Vormonat einen größeren Anteil AstraZeneca vom Bund für die Impfzentren erhalten, stehen wir ohnehin vor einer Herausforderung. Denn auf Basis der Empfehlungen der Stiko können wir diesen Impfstoff in den Impfzentren grundsätzlich nur in der Gruppe der über 60-Jährigen einsetzen, in der wir bereits eine Erstimpfquote von gut 85 Prozent haben. Dass wir nun künftig mit diesem Impfstoff dann keine Zweitimpfungen mehr durchführen, erschwert die Lage und stellt die Liefervorgaben des Bundes zusätzlich infrage.“

Nichtsdestotrotz versuche das Land, jeden Impfstoff weiterhin so schnell und verlässlich wie möglich zu verimpfen – beispielsweise mithilfe der angedachten Sonder-impfaktionen in Kooperation mit Kommunen und Ärzten vor Ort. Derzeit laufen dar-über hinaus Gespräche, wie die vom Bund angekündigte Menge des AstraZeneca-Impfstoffs bestmöglich einzusetzen ist. „Wir versuchen weiterhin alles Mögliche, um das Impftempo im Rahmen der vom Bund gesetzten Bedingungen maximal hochzuhalten“, sagte Stich.

Grundsätzlich appellierte Stich erneut an alle Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer, die Chance einer Impfung gegen zeitnah zu nutzen. „Alle Impfstoffe schützen gegen einen schweren Krankheitsverlauf“, erläuterte Stich. „Von daher gilt weiterhin: Eine Impfung schützt nicht nur Sie selbst und andere, sie schützt auch die Erfolge, die wir im Kampf gegen die Pandemie alle gemeinsam errungen haben.“