Wissenschaftsminister Clemens Hoch: 2,8 Millionen Euro für den weiteren Aufbau des Fraunhofer-Kompetenzzentrums Quantencomputing am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern

Bereits seit dem Jahr 2020 fördert das Land den Aufbau eines Kompetenzzentrums „Quanten-HPC und Algorithmen für die Industrie“ in Kaiserlautern. Mit bis zu 5 Millionen Euro verteilt über insgesamt drei Projektabschnitte unterstützt Rheinland-Pfalz die Einrichtung des Fraunhofer-Kompetenzzentrums am ITWM. Heute überreichte Wissenschaftsminister Clemens Hoch den dritten Förderbescheid mit einer Summe von 2,8 Millionen Euro bis 2024. Mit der Zuwendung sollen Anwendungen identifiziert werden, die das Potenzial besitzen, Quantencomputing nutzbar zu machen – z.B. für Risikoanalysen in der Finanz- und Versicherungswirtschaft oder für Molekül-Simulationen im Be-reich der Quantenchemie. Ferner sollen für diese Anwendungen Algorithmen für die industrielle Anwendung entwickelt werden. Damit etabliert sich das Fraunhofer-ITWM im Bereich des Quantencomputing als zentraler Ansprechpartner in Deutschland und darüber hinaus.

„Das Fraunhofer-ITWM mit seinen Erfahrungen in Quantenmechanik, mathematischer Algorithmik und High-Performance Computing, verfügt über eine hohe Expertise in den Bereichen Mathematik, Informatik und Physik und bringt somit die besten Voraussetzungen mit für den Aufbau eines Kompetenzzentrums für Quantencomputing“, sagte Minister Hoch im Umfeld der Bescheidübergabe. „Das Quantencomputing ist eine Schlüsseltechnologie, die in unterschiedlichen Anwendungsfeldern zum Tragen kommt, so etwa im Bereich der Bildverarbeitung, Materialsimulation aber auch der Finanz- und Energiewirtschaft. Als Land ist es uns ein besonderes Anliegen, diese zukunftsweisende Entwicklung zu unterstützen und gezielt zu fördern.“

Prof. Dr. Anita Schöbel, die Leiterin des Fraunhofer ITWM, bedankte sich für das Vertrauen, welches das Wissenschaftsministerium in die Forschungsleistung des Instituts setzt und lobte ihr engagiertes Team. „Fraunhofer-weit spielen wir inzwischen eine wichtige Rolle beim Quantencomputing. Auch auf nationaler Ebene sind wir in mehreren Konsortien an der Weiterentwicklung des Quantencomputing beteiligt. Besonders wichtig sind uns dabei industrielle Anwendungen, an denen wir seit 2020 intensiv forschen.“

Das Fraunhofer-ITWM hat dabei aber viel mehr im Blick, als nur wissenschaftliche Ergebnisse und den Transfer in die Anwendung. Über die eigentliche Forschungsleistung hinaus werden im Rahmen des aktuellen Projektes zum Beispiel Weiterbildungsformate zum Aufbau von Quantencomputing-Kompetenzen in der Wirtschaft ausgebaut, hochqualifizierter Nachwuchs am Forschungs- und Hochschulstandort Kaiserslautern ausgebildet, sowie die Akteure in der Region vernetzt. Damit profitieren auch Unternehmen in Rheinland-Pfalz von der Forschungsarbeit und Kooperation mit dem ITWM.

Hintergrund ITWM:
Das Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern wurde 09. November 1995 gegründet und zum 01. Januar 2001 in die Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen. Das ITWM hatte Ende 2020 über 500 Mitarbeitende und einen Betriebshaushalt von über 31 Mio. Euro.
Das ITWM forscht im Bereich der Entwicklung, Implementierung und Anwendung mathematischer Methoden zur Modellierung, Simulation und Optimierung von innovativen Produkten, Prozessen und Dienstleistungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Entsprechend ist die Forschung am ITWM auf Anwendungsnähe, Industrierelevanz und wissenschaftliche Innovation ausgerichtet. Mission und Aufgabe des Fraunhofer ITWM ist es, anspruchsvollen Herausforderungen u. a. in den Bereichen Bildverarbeitung, Finanzmathematik, High Performance Computing, Materialcharakterisierung und -prüfung, mathematische Methoden in der Fahrzeugindustrie, Optimierung, Strömungs- und Materialsimulation, Systemanalyse, Prognose und Regelung sowie Transportvorgänge durch Anwendung moderner mathematischer Methoden zu begegnen, die angewandte Mathematik durch innovative Anstöße weiterzuentwickeln und gemeinsam mit Industriepartnern praktisch umzusetzen. Integrale Bausteine dieser Umsetzung sind Beratung in FuE-Fragen, Entwicklung maßgeschneiderter Software-Lösungen (u. a. Simulationstools, Optimierungswerkzeuge, Inspektions- und Überwachungssysteme) sowie die Einführung und Anwendung von Hochleistungsrechnertechnologien.