Wissenschaftsminister Clemens Hoch: „Mehr als 17 Millionen Euro an Drittmittelförderung für Universitäten im Land belegen Forschungsstärke“

Wissenschaftsminister Clemens Hoch hat heute drei Initiativen rheinland-pfälzischer Universitäten für ihre besonderen Erfolge bei der Einwerbung von Drittmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gratuliert. Bis 2025 stellt die DFG der Technischen Universität Kaiserslautern, der Universität Koblenz-Landau und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Mittel in Höhe von über 17 Millionen Euro zur Erforschung aktueller Themen zur Verfügung.

„Ich gratuliere allen an den drei Initiativen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu diesem großen Erfolg. Die Einwerbung eines neuen Graduiertenkollegs, die weitere Förderung eines Graduiertenkollegs und eines Sonderforschungsbereichs sind hervorragende Belege der Forschungsstärke und der erstklassigen Nachwuchsausbildung unserer Universitäten. Diese Initiativen werden den Wissenschaftsstandort Rheinland-Pfalz weiter stärken“, sagt Wissenschaftsminister Clemens Hoch. Mit ihren Förderentscheidungen habe die DFG zudem drei Dinge deutlich gemacht: Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler würden für ihre hohe Leistungsfähigkeit, ihr immenses Engagement und die exzellente Qualität ihrer Arbeit ausgezeichnet. Die Forschungsstärke aller drei Universitäten werde anerkannt, denn diese Initiativen schärfen ihre jeweiligen Forschungsprofile. Zudem zeige sich der auf Langfristigkeit angelegte Erfolg der rheinland-pfälzischen Forschungspolitik, die in den letzten Jahren erfolgreiche Profilbildung durch Stärkung der Grundlagenforschung und der anwendungsnahen Forschung betrieben hat, so der Minister.

„Erfolgreiche Forschung bedarf nicht nur eines langen Atems, sondern auch eines entsprechenden Rahmens und einer verlässlichen Finanzierung. Den Grundstein für die genannten Erfolge, auch in anderen Profilgebieten der rheinland-pfälzischen Hochschulen, hat das Land unter anderem durch seine Forschungsinitiative gelegt: Seit 2008 wird so die Profilbildung der rheinland-pfälzischen Hochschulen bis heute mit Mitteln in Höhe von rund 265 Millionen Euro gefördert - bis 2023 kommen auf der Grundlage der geschlossenen Zielvereinbarungen noch 40 Millionen Euro hinzu“, sagte Wissenschaftsminister Clemens Hoch.

Folgende Initiativen profitieren von der Förderung:

Ziel des Graduiertenkollegs STRESSistance: Molekulare Mechanismen der Stress-Resistenz von Membranen und Kompartimenten an der Technischen Universität Kaiserslautern ist es, Stressprogramme und Antwort-Routinen von Zellen in Stresssituationen – beispielsweise durch Hitze oder Veränderungen in der Sauerstoff- oder Salzkonzentration – in einem vergleichenden Ansatz zu untersuchen. Das Kolleg wird im Jahr 2022 seine Arbeit aufnehmen. Es ist Teil des Profilschwerpunkts Membran- und Systembiologie der Universität Kaiserslautern. Alle Promovierenden erhalten neben der wissenschaftlichen und methodischen Qualifizierung durch ihre Forschungsprojekte ein gezielt zugeschnittenes Programm, zu dem Workshops, Kurse, Tagungen und auch ein externes Mentorat gehören.

 

Statistische Modellierung in der Psychologie ist ein weiteres Graduiertenkolleg, bei dem der Standort Landau der Universität Koblenz-Landau bereits seit vielen Jahren mit der federführenden Universität Mannheim sowie den Universitäten in Freiburg, Tübingen und Heidelberg erfolgreich zusammenarbeitet. Die Zielsetzung des Kollegs, das für weitere viereinhalb Jahre gefördert wird, ist eine Steigerung der Qualität psychologischer Forschung durch neue Ansätze in der statistischen Modellierung und Psychometrie. Damit wird das Kolleg nicht nur für die Psychologie, sondern auch für andere Fachgebiete wie die Medizin oder Biologie wichtige Beiträge liefern. Das Forschungs- und Qualifizierungsprogramm der Promovierenden ist in ein internationales Netzwerk eingebunden.

Das Forschungsprogramm des Sonderforschungsbereichs „Gezielte Beeinflussung von konvergierenden Mechanismen ineffizienter Immunität bei Tumorerkrankungen und chronischen Infektionen“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zielt darauf ab, jene Mechanismen aufzuklären, die für eine ineffiziente Immunität verantwortlich sind. Insbesondere die vergleichende Betrachtung von Tumorerkrankungen und chronischen Infektionen beinhaltet die Chance beinhaltet, neue Therapieansätze für die Behandlung von Tumoren und chronischen Infektionen zu entwickeln. Die Herausforderung liegt dabei in einer vergleichenden Analyse verschiedener Immunevasionsstrategien bei Tumorerkrankungen und bei chronischen Infektionen zur Charakterisierung sowohl gemeinsamer als auch krankheitsspezifischer Ursachen, die das Immunversagen bedingen. Auf der Grundlage dieses Verständnisses sollen gezielte tumor- und pathogenspezifische Immuntherapien entwickelt und damit ein wesentlicher Beitrag zur Lösung zentraler Gesundheitsprobleme geleistet werden.

Hintergrund

Die DFG ist der wichtigste Drittmittelgeber der rheinland-pfälzischen Universitäten. Ihre Sonderforschungsbereiche (SFB) genießen in der Wissenschaft auf Grund der hohen Qualitätsansprüche höchstes Ansehen. SFB sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen an Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg im Rahmen eines übergreifenden und wissenschaftlich exzellenten Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Sie dienen damit der Struktur- und Profilbildung an den beteiligten Hochschulen. In der Programmvariante SFB/Transregio arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus bis zu drei Hochschulen zusammen.

Graduiertenkollegs sind Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die von der DFG für maximal neun Jahre gefördert werden. Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung von Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen eines thematisch begrenzten Forschungsprogramms sowie eines strukturierten Qualifizierungskonzepts.

In Rheinland-Pfalz werden gegenwärtig 11 Graduiertenkollegs und 18 Sonderforschungsbereiche von der DFG gefördert.