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Der Wirtschaftsrat Deutschland fordert, dass Zahnbehandlungen privat bezahlt werden sollen, um Sozialabgaben zu senken. Dazu erklärt Gesundheitsminister Clemens Hoch:

Dieser Vorschlag ist sozialpolitisch kalt, medizinisch kurzsichtig und zutiefst unsolidarisch. Wenn der Wirtschaftsrat fordert, Zahnbehandlungen vollständig zu privatisieren, dann sagt er im Kern: Gesundheit soll vom Geldbeutel abhängen. Die CDU macht Gesundheit zur Ware und opfert soziale Gerechtigkeit und das Solidaritätsprinzip dem Rotstift. Das ist mit mir als Gesundheitsminister nicht zu machen.

Schon heute zahlen Patientinnen und Patienten bei Zahnersatz, Prophylaxe und vielen Behandlungen erhebliche Eigenanteile. Das trifft insbesondere Geringverdienende, Rentnerinnen, Rentner und Familien.

Zahngesundheit darf kein Luxus sein. Eine gute Zahnversorgung ist kein kosmetisches Extra, sondern Teil der gesundheitlichen Grundversorgung. Wer sie privatisiert, produziert nicht weniger Kosten, sondern mehr Leid: schlechtere Gesundheit, höhere Folgekosten und eine Zwei-Klassen-Medizin, die wir überwunden glaubten.

Sozialabgaben senkt man nicht, indem man Risiken auf die Einzelnen abwälzt. Solidarität heißt, dass Starke für Schwächere einstehen – nicht, dass man ihnen die Rechnung präsentiert.

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