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Wissenschaftsminister Clemens Hoch gratuliert: 52 Millionen Euro Mittel für Forschung und Nachwuchsförderung - Kaiserslautern und Mainz profitieren 

Wissenschaftsminister Clemens Hoch gratuliert den Forscherinnen und Forschern der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) mit den Standorten Kaiserslautern und Landau sowie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zur erfolgreichen Förderung von fünf Initiativen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Bis 2029 stellt die DFG ihnen und ihren Kooperationspartnern Mittel in Höhe von rund 52 Millionen Euro zur Verfügung.

„Die Förderentscheidungen der DFG verdeutlichen, dass eine gezielte Unterstützung der Profilbildung unserer Hochschulen erfolgreich ist und Früchte trägt. Diese Erfolge kommen nicht von heute auf morgen, sondern bauen auf herausragenden Vorarbeiten auf. Dies ist auch Ergebnis eines langfristig erfolgreichen Wegs und ein Kennzeichen der rheinland-pfälzischen Forschungspolitik. Besonders freue ich mich über die Erfolge der am 1. Januar 2023 an den Standorten in Kaiserslautern und Landau an den Start gegangene Rheinland-Pfälzische Technische Universität (RPTU)“, so Clemens Hoch. Die die Nachwuchsförderung und die Profilbildung der Universitäten unter anderem in den Bereichen Nachhaltigkeit, Biotechnologie, Materialforschung und Spintronik sei auf bestem Wege.

„Zudem unterstreichen Graduiertenkollegs einmal mehr die Bedeutung, die unsere Universitäten der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses beimessen“, so der Minister. In den drei Graduiertenkollegs werden mehr als 70 Doktorandinnen und Doktoranden in innovativen Forschungskontexten und in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm ausgebildet. Die Plätze sind international begehrt und erhöhen die Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Rheinland-Pfalz.

Eine wichtige Grundlage für diese Erfolge wird unter anderem durch die langfristige Förderung des universitären Forschungsprofils der RPTU und der Johannes Gutenberg-Universität durch die Forschungsinitiative des Landes gelegt. Die Forschungsinitiative setzt auf ein klares Forschungsprofil der Universität und die Entwicklung ihrer strategischen Ziele im Wettbewerb um herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchs, Spitzenforscherinnen und -forscher sowie Fördermittel. „Die Forschungsinitiative ist ein wichtiger Erfolgskatalysator für unsere Hochschulen. In Kürze schließen wir die Verhandlungen für Zielvereinbarungen für die Jahre 2024 bis 2028 ab. Wie bisher wird das Land seine Hochschulen damit mit jährlich 20 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln unterstützen“, kündigt der Minister an.

Besonders erfreut zeigt sich Minister Hoch über das gute Abschneiden der RPTU: „Die beteiligten Fachgebiete in Landau und Kaiserlautern stehen für erstklassige Forschung und Lehre. Mit dem Ausbau der Nachwuchsförderung werden sie ihre Stärken weiter ausbauen. Die aktuellen Erfolge zeigen, dass die Profilbildung der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität auf gutem Weg ist.“

Hintergrund

Die DFG ist der wichtigste Drittmittelgeber der Hochschulen. DFG-Graduiertenkollegs und Sonderforschungsbereiche genießen in der Wissenschaft auf Grund der hohen Qualitätsansprüche höchstes Ansehen. In Rheinland-Pfalz werden gegenwärtig 19 Sonderforschungsbereiche und 12 Graduiertenkollegs von der DFG gefördert.

Im Mittelpunkt von Graduiertenkollegs steht die Qualifizierung von Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen eines fokussierten Forschungsprogramms sowie ei-nes strukturierten Qualifizierungskonzepts. Ziel ist es, die Promovierenden auf den Arbeitsmarkt „Wissenschaft“ bestmöglich vorzubereiten und gleichzeitig ihre frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit zu unterstützen. 

Sonderforschungsbereiche sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen an Universitäten, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg im Rahmen eines übergreifenden und wissenschaftlich ex-zellenten Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Sie dienen der Struktur- und Profilbildung an den beteiligten Universitäten. In der Programmvariante SFB/Transregio arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus bis zu drei Hochschulen zusammen.

Die folgenden Initiativen profitieren von der DFG-Förderung:

Das neue Graduiertenkolleg „WERA Wertstoff Abwasser – Rückgewinnung kriti-scher Rohrstoffe am Beispiel Phosphor“ untersucht am Beispiel des kritischen Rohstoffs Phosphor Verfahren zur Wertstoffrückgewinnung aus Abwasser. Dies ist hoch relevant, um die Abhängigkeit Europas von den Phosphorabbauenden Staaten (China, Russland, Westsahara-Staaten) zu verringern und einen wichtigen Bestandteil für Düngemittel und damit die landwirtschaftliche Ernährungssicherheit zu sichern. Das Graduiertenkolleg wird von elf Forscherinnen und Forschern aus Kaiserslautern getragen und ist im Profilbereich „Umwelt / Nachhaltigkeit“ der RPTU verankert. Die DFG fördert das Kolleg für die kommenden viereinhalb Jahre mit rund 8,6 Millionen Euro.

Um ein nachhaltiges Landschaftsmanagement zu entwickeln, braucht es innovative Ansätze. Genau hier setzt das Graduiertenkolleg „Systemlink – Crossing boundaries: Propagation of in-stream environmental alterations to adjacent terrestrial ecosystems“ der RPTU am Standort Landau an und untersucht, wie sich Ökosysteme unter Stressfaktoren wie zum Beispiel Mikroschadstoffen und Insektiziden verändern. Das Graduiertenkolleg ist Teil des interdisziplinären Profilbereichs „Umwelt“ der RPTU. Die DFG war beeindruckt, dass die Forschergruppe national wie international die besten Nachwuchskräfte im Fach anzieht. Das Graduiertenkolleg wird seit 2019 gefördert und erhält für weitere viereinhalb Jahre rund 6,6 Millionen Euro, um seine erfolgreichen Forschungsarbeiten fortzusetzen.

Das GRK „GenEVO – Gene Regulation in Evolution:  From Molecular to Extended Phenotypes“ zielt darauf ab, ein besseres Verständnis der Evolution von komplexen und mehrschichtigen genregulatorischen Systemen zu gewinnen. Getragen wird das GRK von 13 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Mainz und des Instituts für Molekularbiologie (IMB). Das Graduiertenkolleg schlägt eine Brücke zwischen zwei bislang weitgehend getrennten Forschungsgebieten in der Biologie, nämlich der Evolutionsbiologie und der Molekularbiologie. Davon verspricht sich die DFG neue Erkenntnisse, die den Standort Mainz in der Biotechnologie und der Alternsforschung weiter stärken. Das Graduiertenkolleg wird seit 2019 gefördert und erhält für weitere viereinhalb Jahre mit rund 7 Mio. Euro.

Ziel des neuen Sonderforschungsbereichs „Multifunktionale Hochleistungskomponenten aus hybriden porösen Werkstoffen“, getragen von der RPTU und der Leibniz Universität Hannover, ist die Etablierung einer neuen Klasse von Bauteilen: Multifunktionale Hochleistungsbauteile aus hybriden porösen Materialien. Diese Bauteile werden durch die Kombination verschiedener Materialien mit lokal unterschiedlicher Dichte, z. B. in Form von Poren, hergestellt und erfüllen mehr als eine Funktion gleichzeitig. Ihre funktionale Leistungsfähigkeit ist eng mit dem Material bzw. dem Materialzustand und den daraus resultierenden Materialeigenschaften verknüpft. Durch die lokale Variation der Dichte erreichen diese Bauteile eine deutliche Gewichtsreduzierung in niedrig beanspruchten Bereichen, was zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit führt, insbesondere bei dynamischer Beanspruchung. Der hybride Werkstoffansatz bietet weitere Vorteile, indem er die gezielte Einstellung werkstoffspezifischer Eigenschaften ermöglicht. So können z. B. hoch beanspruchte Bereiche verstärkt werden, um die Festigkeit zu erhöhen, während thermisch beanspruchte Bereiche eine höhere Temperaturbeständigkeit aufweisen können. So eröffnet beispielsweise die Integration von Bereichen mit variablen magnetischen Eigenschaften Möglichkeiten zur Schaffung von Sensorsystemen innerhalb der Bauteile selbst. Multifunktionale hybride und poröse Hochleistungsbauteile sollen in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zu ressourcenschonenden und umweltfreundli-chen Produkten und Herstellungsverfahren leisten. Sie werden die Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit einer Vielzahl von Produkten verbessern, die Produktsicher-heit durch bauteilintegrierte Sensorik gewährleisten und die Datenerfassung im Rahmen der Digitalisierung erleichtern. Die DFG hält diesen Ansatz für hoch inno-vativ und wird ihn bis 2027 mit rund 15,6 Millionen Euro fördern.

Die Forschenden an den Universitäten in Kaiserslautern und Mainz widmen sich im Sonderforschungsbereich „Spin+X: Der Spin in seiner kollektiven Umgebung“ bereits seit acht Jahren gefördert durch die DFG der umfassenden Erforschung von Spin-Phänomenen - von ihrem Nachweis und ihrer Charakterisierung bis zur Kontrolle und gezielten Beeinflussung. Neben dem fundamentalen Erkenntnisinteresse, Spin in kollektiven Ensembles mittels Experiment, Theorie und Simulation besser zu verstehen. Der Verbund schlägt über die Untersuchung der Funktionalisierbarkeit grundlegender Spin-Eigenschaften und -Wechselwirkungen für neuartige Spinbasierte Bauteile eine Brücke zu hochaktuellen Anwendungsfeldern der Spitzentechnologie, wie Spintronik, Feldeffekt-Elektronik, Supraleitung und Informationstechnologie. Der Sonderforschungsbereich wird seit 2016 gefördert und erhält bis 2027 rund 14,2 Millionen Euro, um seine erfolgreichen Forschungsarbeiten fortzusetzen.

 

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