Das Projekt „AI4Nof1, Entwicklung personalisierter, KI-gestützter Lebensstilinterven-tionen zur Verbesserung des Behandlungserfolgs und der Lebensqualität von Patienten mit chronischen Krankheiten, mit Erprobung des Konzepts für das Reizdarmsyndrom“ wird mit einer Landeszuwendung in Höhe von 1.752.334 Euro gefördert. Katharina Heil, Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, überreichte die Förderung für das gemeinsame Forschungsprojekt des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) sowie des Max-Planck-Instituts für Softwaresysteme (MPI-SWS) an Professor Dr. Sebastian Vollmer, Forschungsbereichsleiter Data Science im DFKI und Leiter des Projekts „AI4Nof1“.
Das Forschungsprojekt untersucht mithilfe innovativer KI-Technologien, wie personalisierte Behandlungen für das Reizdarmsyndrom entwickelt werden können. Die Ergebnisse werden mit Ärztinnen und Ärzten und Forschenden geteilt, um die Versorgung zu verbessern und Therapieentscheidungen effizienter zu gestalten. Medizinische Projektpartner sind die Universitätsmedizin Mainz und das Universitätsklinikum des Saarlandes, die durch ihre patientennahe Forschung und klinische Expertise eine direkte Umsetzung in die Praxis ermöglichen.
„Mit dem Projekt ‚AI4No1‘ gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer individualisierten Medizin. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen, wie Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, personalisierte Behandlungen für das Reizdarmsyndrom zu entwickeln – eine Erkrankung, die viele Menschen betrifft, aber deren The-rapieansätze bislang oft nicht individuell genug sind. Diese interdisziplinäre Partner-schaft vereint exzellente Wissenschaft mit konkretem medizinischem Nutzen – ein wichtiges Ziel unserer Forschungsförderung“, sagte Katharina Heil bei der Übergabe der Landeszuwendung. Mit diesem Projekt werde Rheinland-Pfalz erneut seiner Rolle als Innovationsstandort gerecht und leiste einen wertvollen Beitrag zur Zukunft der Medizin.
Prof. Dr. Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor des DFKI in Kaiserslautern: „Künstliche Intelligenz bietet insgesamt enorme Chancen für die Medizin, indem sie Diagnosen verbessert, Behandlungen personalisiert und Abläufe optimiert. Der Ansatz von AI4Nof1 zielt darauf ab, dass sie besonders in der individuellen Patientenversorgung eine zentrale Rolle spielen kann, indem sie die Kluft zwischen populationsbasierter Forschung und personalisierten Therapien überbrückt. Die Integration von KI in die medizinische Versorgung verspricht somit nicht nur eine Verbesserung der individuellen Behandlungsergebnisse, sondern auch einen gesellschaftlichen Mehrwert, indem sie Erkenntnisse aus der klinischen Routine systematisch für Patienten nutzbar macht.“
Projektleiter Prof. Dr. Sebastian Vollmer, Leiter des DFKI-Forschungsbereiches Data Science und Ihre Anwendungen: „Mit AI4Nof1 wird ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung geleistet. Die Kombination aus KI-gestützter Analyse und patientenzentrierter Datenerhebung verspricht eine effizientere und individuellere Behandlung für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Das Projekt zeigt, wie modernste KI-Technologien die Medizin revolutionieren und gleichzeitig den Zugang zu maßgeschneiderter Versorgung für Patienten erleichtern können.“
Die Herausforderung für personalisierte Behandlungen besteht darin, dass die Wirksamkeit von Therapien stark variiert und individuelle, nicht-pharmazeutische Maßnahmen bislang nicht systematisch erfasst oder für andere Patientinnen und Patienten nutzbar gemacht werden. Am Anwendungsbeispiel des Reizdarmsyndroms untersuchen die Forscherinnen und Forscher mit Hilfe einer KI-basierten App in dieser Studie, wie sich Veränderungen des persönlichen Lebensstils einer Patientin oder eines Patienten positiv auf die Behandlung des Reizdarmsyndroms auswirken können. Ein lernendes Computermodell soll individuelle Erfahrungen auswerten, um flexible und adaptive Behandlungsempfehlungen zu generieren.
„Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit der rheinland-pfälzischen Forschungseinrichtungen. Das DFKI als eines der renommiertesten anwendungsorientierte KI-Forschungsinstitute bringt seine herausragende Expertise im Bereich der Künstlichen Intelligenz ein. Die RPTU als enger Partner des DFKI trägt mit ihrer Kompetenz in medizinischer Kognitionswissenschaft und maschinellem Lernen maßgeblich zum Erfolg des Projekts bei und das MPI-SWS ist weltweit führend auf dem Gebiet der kausalen KI und liefert essenzielle Grundlagenforschung. Die Kooperationspartner bündeln ihre Expertise, um das Potenzial Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen gezielt zu erforschen – zum Wohle der Patientinnen und Patienten“, ergänzt Ministerialdirektorin Heil.