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Ministerialdirektor Daniel Stich: NS-„Euthanasie“ – Erinnerungskultur mit regionalen Zugängen stärken

Daniel Stich, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, hat die Ausstellung „Das Leben war draußen und ich war dort drinnen. Zwangssterilisation und Ermordung im Rahmen der NS-‚Euthanasie‘ und ihre Opfer“ in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte der ehemaligen Synagoge Niederzissen eröffnet. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Forschungsarbeit von Renate Rosenau. Seit über 30 Jahren erforscht Rosenau die Geschichte ermordeter Patientinnen und Patienten aus Rheinland-Pfalz mit der Unterstützung zahlreicher engagierter Ehrenamtlicher. In der Ausstellung erzählen exemplarische Biografien Geschichten von Tätern sowie von Opfern, um die Erinnerung an sie und ihre Schicksale zu erhalten und die Verbrechen der NS-Diktatur sichtbar zu machen.

„Die Landesregierung engagiert sich sehr, wenn es darum geht, die Erinnerungskultur und das Gedenken an die Opfer der NS-‚Euthanasie‘ zu erhalten. Auch ist es uns ein besonderes Anliegen, die Geschehnisse in den Heil- und Pflegeanstalten bzw. Pflegeheimen für Patientinnen und Patienten der Psychiatrie auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz aufzuarbeiten“, betont Ministerialdirektor Stich. Gerade jetzt sei es unerlässlich, über Gedenkarbeit das „Nie wieder Nationalsozialismus“ in den Köpfen der Menschen zu verankern und wachzuhalten. „Die Aufklärungsarbeit mit regionalen Zugängen wollen wir daher auch in Zukunft Orte der Gedenkarbeit im Land weiter fördern“, so Stich.

Im Rahmen der NS-„Euthanasie“ wurden zwischen 1940 und 1945 im Deutschen Reich Männer, Frauen und Kinder mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen gezielt in Tötungseinrichtungen ermordet oder durch mangelnde Versorgung, Nahrungsentzug und Medikamentengabe getötet. Dies geschah auch in den 37 Heil- und Pflegeanstalten bzw. Pflegeheimen für Patienten und Patientinnen der Psychiatrie auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz.

Die Ausstellung informiert mit regionalen Bezügen zu den geschichtlichen Hintergründen der NS-„Euthanasie“ und wird vom 2. bis zum 19. November 2023 gezeigt.

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