Filmbildung sei in den Schulen in Rheinland-Pfalz ein wichtiger Baustein in einem umfassenden Konzept zur Medienbildung, hielt die Bildungsministerin fest. Zu diesem Konzept gehöre es insbesondere, digitale Medien für einen modernen Unterricht zu nutzen, den Schülerinnen und Schülern aber auch deren Eltern die Chancen und die Risiken bei der Mediennutzung zu vermitteln und Lehrkräfte auf diesem Feld weiterzubilden. „Gebündelt werden all diese Maßnahmen mittlerweile in dem Landesprogramm ,Medienkompetenz macht Schule‘. Das Interesse von Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und Eltern und ihre Beteiligung an den Angeboten im Rahmen dieses Programms sind beeindruckend“, sagte Doris Ahnen. So seien beispielsweise in den letzten fünf Jahren mehr als 1.900 Lehrkräfte zu Jugendmedienschutzberaterinnen und -beratern ausgebildet worden. Parallel seien mehr als 32.000 Schülerinnen und Schüler in Workshops und Seminaren für einen verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit modernen Medien sensibilisiert worden und Tausende von Eltern hätten sich in über 630 Veranstaltungen über Chancen und Risiken digitaler Medien informiert.
Auch wenn der Kinofilm heute in seiner Bedeutung gerade bei Kindern und Jugendlichen hinter dem Internet und dem Fernsehen rangiere, so biete der klassische Film doch nach wie vor die besten Voraussetzungen für die Auseinandersetzung mit der Bildsprache sowie mit den Möglichkeiten, Gefühle, Meinungen und Haltungen durch filmische Inszenierungen, den bewussten Einsatz dramaturgischer Elemente und den Filmschnitt zu beeinflussen, hielt die Bildungsministerin fest. Dass diese Chance in den Schulen genutzt werde, zeige nicht nur die Tatsache, dass sich seit 2003 im Durchschnitt mehr als 400 Schulen pro Jahr landesweit an der SchulKinoWoche beteiligt hatten. Ein Beleg dafür sei auch die gute Resonanz auf das rund um das Jahr angebotene Begleitprogramm des Filmbüros im Pädagogischen Landesinstitut (PL). Seit dem Start der SchulKinoWoche seien jährlich zwischen drei und fünf Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer angeboten worden, die gut besucht waren. Allein in den vergangenen drei Jahren hätten zudem mehr als 60 „Kinoseminare“ für Schülerinnen und Schüler stattgefunden, in denen nach einer Filmvorführung eine intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Film erfolge. Den Schulen würden außerdem immer wieder umfangreiches pädagogisches Begleitmaterial zu einzelnen Spiel- und Dokumentarfilmen oder Unterrichtsbeispiele für Filmbildung zur Verfügung gestellt. Und mittlerweile gebe es sogar eine eigene Internetseite und einen periodisch erscheinenden Newsletter für die Filmbildungsarbeit.
„Ein echtes ,highlight‘ in der Medienbildung – um in der Filmsprache zu bleiben – ist für die Schülerinnen und Schüler mit Sicherheit der Kinobesuch im Rahmen der jährlichen SchulKinoWoche. Für einige Kinder ist das, wie die Erfahrung gezeigt hat, der erste Kinobesuch ihres Lebens. Das wird auch bei der 10. SchulKinoWoche wohl nicht anders sein“, sagte Doris Ahnen weiter. Die Leiterin des Filmbüros Rheinland-Pfalz im Pädagogischen Landesinstitut (PL) und Organisatorin der SchulKinoWoche, Carmen Breitbach, untermauerte dies und betonte, mit dem Konzept der Filmbildung und der SchulKinoWoche werde ein attraktiver niedrigschwelliger Einstieg in eine bewusst breit aufgestellte Medienbildung geboten. „Wir unterstützen Lehrerinnen und Lehrer in enger Kooperation mit derzeit 42 Kinos im Lande und bieten verstärkt Filmvorführungen mit externen medienpädagogischen Referentinnen und Referenten an“, sagte sie. In 20 Kinoseminaren könnten in diesem Jahr Lehrkräfte gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern die Besonderheiten der filmischen Inszenierung, die Bildgestaltung- und Dialoggestaltung sowie die Dramaturgie des Filmes hinterfragen. Der Eintrittspreis für den Kinobesuch im Rahmen der SchulKinoWoche betrage für Schülerinnen und Schüler weiterhin 3 Euro (für 3-D-Filme: 4,50 Euro), Begleitpersonen hätten dabei freien Eintritt. „Das Interesse in den Schulen ist wirklich enorm. Fast täglich gingen in den letzten Tagen noch neue Anmeldungen bei uns ein. Aller Voraussicht nach werden sich auch in diesem Jahr wieder mehr als 400 Schulen landesweit an der SchulKinoWoche beteiligen“, hielt Carmen Breitbach fest.
Thematisch stünden in Anlehnung an das Gebrüder-Grimm Jahr 2012 unter dem Motto „Einfach märchenhaft!“ für die Primarstufe DEFA-Märchenverfilmungen im Mittelpunkt – von „Schneewittchen“ bis zu „König Drosselbart“, die mit ihren ganz speziellen Formen der Inszenierung auch die Lehrerinnen und Lehrer dazu veranlassten, ihre eigenen Medienerfahrungen und ihre Medienbiographie zu reflektieren. Für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II würden in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung vor allem soziale und gesellschaftliche Themen aufgegriffen. „Die dabei ausgesuchten Filme sollen vor allem zum einen Teil durch ihre stark die Emotionen ansprechende Darstellung Jugendlichen neue Denkanstöße geben. Zum Teil geht es auch um Einblicke in Welten, die mitten unter uns sind und doch oft unsichtbar bleiben. Einige Filme zum ,Wissenschaftsjahr 2012: Zukunftsprojekt Erde‘ führen zudem den Zuschauerinnen und Zuschauern unser aller tägliches Handeln und dessen Folgen vor Augen. Wie wollen wir leben? Wie müssen wir wirtschaften? Und wie können wir unsere Umwelt bewahren? – das sind die zentralen Fragen, die dann in den Kinoseminaren mit Referentinnen und Referenten erörtert werden“, hielt Carmen Breitbach fest. Beispiele aus der breit gefächerten Programmpalette für die weiterführenden Schulen seien die Spielfilme „Kriegerin“ oder „Ziemlich beste Freunde“, der Dokumentarfilm „Taste the Waste“ über den Umgang mit Lebensmitteln in den Industriestaaten oder der Naturfilm „Die Geheimnisse des Waldes“. Geboten werde aber auch eine Komödie wie „The Liverpool Goalie – oder wie man die Schulzeit überlebt“.
Weitere Informationen im Internet unter:
<link http: external-link-new-window wird in einem neuen browserfenster ge>www.schulkinowochen.de
<link http: external-link-new-window wird in einem neuen browserfenster ge>schulkinowoche.bildung-rp.de
|
10. SchulKinoWoche Rheinland-Pfalz
SchulKinoWoche ist echtes „highlight“ in der Medienbildung
„Mit dem Start der 10. SchulKinoWoche am kommenden Montag kann ein außergewöhnliches und sehr erfolgreiches Projekt der Medienbildung in Rheinland-Pfalz ein rundes Jubiläum feiern. Knapp 289.000 Schülerinnen und Schüler sowie mehr als 21.000 Lehrkräfte haben in den vergangenen Jahren bereits die Chance genutzt, sich über den ,Lernort Kino‘ – wie die SchulKinoWoche auch in den ersten Jahren genannt wurde – intensiv mit den Wirkungen und zentralen Aussagen von Kinofilmen sowie der speziellen Filmsprache auseinanderzusetzen. Für die zehnte SchulKinoWoche haben sich bereits rund 34.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Vorführungen in 42 Kinos landesweit angemeldet, darunter mehr als 31.000 Schülerinnen und Schüler.“ Das unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen heute in einer Pressekonferenz in Mainz. Die SchulKinoWoche Rheinland-Pfalz ist ein Kooperationsprojekt des Netzwerks für Film- und Medienkompetenz VISION KINO, des Bildungsministeriums Rheinland-Pfalz, des Pädagogischen Landesinstituts (PL) sowie der Bundeszentrale für politische Bildung und wird unterstützt von der DB Regio AG.
