| 4. Mai - Aktionstag der Laienreanimation

„Drück dich nicht – drück mich!“ – Laien können Leben retten

Mindestens 60.000 Menschen erleiden laut Deutschem Reanimationsregister pro Jahr einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. 65 % der Herz-Kreislauf-Stillstände treten zu Hause auf, 19 % in der Öffentlichkeit. Aber nur in gut der Hälfte der Fälle wird eine Wiederbelebung durch Laiinnen und Laien begonnen. Dabei genügen im Ernstfall wenige Schritte. Denn bis der Rettungsdienst ein-trifft, vergehen im Durchschnitt acht bis neun Minuten - aber bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Blutfluss beginnt das Gehirn zu sterben. Eine wichtige Zeit, in der Wiederbelebungsmaßnahmen Leben retten können. Wird die Wiederbelebung durch nicht medizinisch ausgebildete Personen durchgeführt, spricht man von einer Laienreanimation. 

„Berührungsängste, die Sorge etwas falsch zu machen oder fehlendes Wissen, sind wohl die häufigsten Gründe, warum Menschen im Ernstfall zögern mit Reanimationsmaßnahmen zu beginnen. Mit einer Herzdruckmassage kann jede und jeder Leben retten“, so Gesundheitsminister Clemens Hoch. Prüfen! Rufen! Drücken! Das ist der Dreiklang der Reanimation. Gemeinsam mit den Hilfsorganisationen und weiteren engagierten Menschen findet am 04. Mai 2024 daher der rheinland-pfälzische „Aktionstag der Laienreanimation“ des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit statt. „An unserem Aktionstag wollen wir auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen. Wir wollen die Menschen ermutigen, sie informieren, Möglichkeiten zum Üben und Ausprobieren bieten und damit Ängste nehmen, denn schnelle Hilfe rettet Leben. Wir können bei der Laienreanimation nichts falsch machen – außer diese gar nicht erst zu beginnen. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit unseren Hilfsorganisationen im Land und anderen Engagierten diesen Aktionstag gestalten“, betont Gesundheitsminister Clemens Hoch.

Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG), die Johanniter, die Malteser und der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. (ASB), die in ihrer täglichen Arbeit mit dem Thema Reanimation konfrontiert sind, engagieren sich in besonderen Weise an diesem Tag mit Mitmach-Aktionen und Informationsstände an öffentlichen Plätzen im ganzen Land. Weitere Informationen zur Laienreanimation und unseren über 40 Aktionsstandorten in ganz Rheinland-Pfalz, finden Sie unter dem folgendem Link: https://mwg.rlp.de/themen/gesundheit/laienreanimation.

"Das rheinland-pfälzische Rote Kreuz freut sich, am landesweiten Aktionstag Laienreanimation seinen wertvollen Beitrag zur Aufklärung und Schulung leisten zu können. Wir wollen Menschen ermutigen, die wenigen Handgriffe zu lernen, um im Ernstfall Leben retten zu können", sagt Manuel Gonzalez, Vorstand des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz e.V.

"Sicherheit im Wasser und in Notfallsituationen ist unser oberstes Anliegen bei der DLRG. Am 4. Mai beteiligen wir uns am Aktionstag der Laienreanimation des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums, um die Bedeutung von Erste-Hilfe-Maßnahmen und die lebensrettende Technik der Herzdruckmassage zu betonen. Als DLRG sind wir bestrebt, jedem die nötigen Fähigkeiten zu vermitteln, um im Ernstfall schnell und effektiv handeln zu können. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich an diesem Tag zu informieren und vielleicht sogar selbst aktiv zu werden", sagt Erik Mueller, Vizepräsident des DLRG Landesverband Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der DLRG Andernach.

„Kommt es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand, ist es von größter Bedeutung, so schnell wie möglich mit den Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Bis der Rettungswagen eintrifft, kommt es deshalb vor allem auf die Helfenden vor Ort an. Berührungsängste nehmen und Handlungsfähigkeit herstellen – das müssen unse-re Ziele als Hilfsorganisation sein. Helfen kann jeder – wir müssen es nur trainieren“, sagt Lukas Schmitt, Landesgeschäftsführer der Malteser Rheinland-Pfalz.

„Auch, wenn die professionellen Rettungskräfte innerhalb weniger Minuten hochqualifizierte medizinische Hilfe leisten können, so befinden sich die erfolgreicheren Lebensretter meist in unmittelbarer Nähe. Anwesende Personen müssen sich bewusstmachen, dass ihre sofortige Herzdruckmassage die Überlebenschancen um das Dreifache steigert - ohne etwas falsch machen zu können“, erläutert Jan-Henrik Hitzler, Leiter Unternehmenskommunikation des ASB Kreisverbands Worms / Alzey. Deshalb engagiert sich der ASB in Worms neben der Breitenausbildung in Erster Hilfe im Rahmen seiner Jugendverbandsarbeit und dem Schulsanitätsdienst an allen Wormser Gymnasien die Laienreanimation bereits ab dem Schulkindalter zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen.

Johanniter-Unfall-Hilfe Landesverband Hessen / Rheinland-Pfalz / Saar: „Der Regionalverband Bergstraße-Pfalz der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. unterstützt den Aktionstag der Laienreanimation, um die Bedeutung der schnellen Erste Hilfe hervorzuheben. Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Menschen aus Unsicherheit zögern, Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Wir setzen uns dafür ein, durch Bildung und praktische Übungen die notwendigen Fähigkeiten zu vermitteln. Durch unseren Einsatz wollen wir Berührungsängste abbauen und klarmachen, dass jeder die Reanimation erlernen kann. An diesem besonderen Tag bieten wir an verschiedenen Standorten Workshops, Informationsstände und Demonstrationen an, die jedem offenstehen. Wir möchten dem Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit unseren besonderen Dank aussprechen, dass wir gemeinsam an diesem wichtigen Tag mitwirken können. Wir ermutigen jeden, sich zu informieren und teilzunehmen, um im Ernstfall lebensrettend eingreifen zu können."

Prüfen! Rufen! Drücken!
Zunächst gilt es zu prüfen, ob die betreffende Person durch laute und deutliche Ansprache und Berührung. Erfolgt keine Reaktion gilt es die Atmung zu überprüfen. Atmet die Person nicht mehr, gilt es den europaweit kostenfreien Notruf unter der Nummer 112 zu rufen. Danach gilt es mit der Reanimation zu beginnen, insb. mit der Herzdruckmassage. Die betreffende Person liegt auf dem Rücken, Helfer bzw. Helferin kniet neben dem Brustkorb der Person. Der Brustkorb wird von Kleidung befreit. Anschließend drückt der Helfer bzw. die Helferin den eigenen Handballen 100-120 Mal pro Minute fest und tief auf die Mitte des Brustkorbs. 
 

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